RAUMSTATION 2020 
 

Docking Ring 2

Funktion:

Das Andocken eines Raumschiffs an die Station zu ermöglichen.


Hier koppeln andere Raumschiffe an die Raumstation an, damit Passagiere und Vorräte zwischen den beiden ausgetauscht werden können. Es gibt zwei Dockingstufen: ein „weiches Andocken", wenn die beiden Fahrzeuge am Dockingfenster zusammentreffen und ein „hartes Andocken", wenn zwischen den beiden Dockingringen mechanisch ein Vakuum hergestellt wird. Dies ist äußerst wichtig, damit die Passagiere sicher umsteigen können.

© Foto: J W Hodges

Auf diesem Foto sieht man den historischen Augenblick, als die amerikanischen Apollo-Astronauten an das russische (damals sowjetische) Raumschiff Sojus andockten und somit den Beginn einer Ära der internationalen Zusammenarbeit in der Raumfahrt ankündigten. Das Jahr 1975 verzeichnete einen bedeutenden Durchbruch in den Beziehungen der Sowjetunion und den USA. Bis dahin hatten die beiden Supermächte die Erforschung des Weltraums als Ersatz für militärische Konfrontation benutzt. Man könnte behaupten, sie haben sich wie kleine Jungs benommen, die vor dem jeweils anderen prahlen wollen. Das schmälert jedoch nicht die Erfolge, die beide Seiten bei ihren Weltraumerkundungen verzeichnen konnten. Was erreicht wurde, war technisch brilliant. Tapfere Männer und Frauen haben ihr Leben riskiert und die mit Hilfe der Raumfahrtprojekte entwickelten Technologien haben die Welt verändert.

Über das andere Verdienst der Raumfahrtprojekte läßt sich streiten, es ist aber dennoch einige Überlegungen wert. Konkurrenz bei der Erforschung des Weltraums – „the Space Race" (das Weltraumwettrennen), wie es genannt wurde – könnte ein Ersatz für eine reale militärische Konfrontation gewesen sein. So konnten die beiden Supermächte ihre Kräfte messen ohne sich gegenseitig Leid zuzufügen. Außerdem haben beide, obwohl sie den Weltraum auch für militärische Zwecke genutzt haben (z.B. Spionagesatelliten), keine Waffen ins All geschossen und sich somit an das UN-Weltraumabkommen gehalten. Im großen und ganzen haben alle in der Weltraumerkundung beteiligten sich gemäß der Regeln des Abkommens verhalten. Der Weltraum wird für friedliche Zwecke genutzt. Nationen arbeiten zusammen, Wissen wird frei zugänglich gemacht, und, wenn sich die Gelegenheit bietet, unterstützen sich Nationen bei Notfällen gegenseitig.

Das Einzige, was einige Länder versäumt haben, ist, die Auswirkungen von hinterlassenem Schrott von fehlgeschlagenen Missionen und ausrangierten Raumschiffen zu entsorgen. Wie in vielen anderen Bereichen, werden die Regeln solange befolgt, bis es ums Geld geht. Niemand mag die Kosten der Entsorgung. Wann hast Du zuletzt Dein Zimmer aufgeräumt?

Das Andocken ist nach dem Start die gefährlichste Operation in der Raumfahrt. Der Unfall, bei dem die Solarzellen beschädigt wurden und ein Loch in einem der Module der Raumstation Mir entstand, erfolgte während der Kommandant der Raumstation ein unbemanntes Versorgungsschiff per Hand an die Mir andockte. Die Station trudelte unkontrolliert umher, während aus dem Loch in ihrer Hülle Luft entwich. Nur dem entschiedenen und geistesgegenwärtigen Handeln der Besatzung ist es zu verdanken, daß aus einem einfachen Fehler keine Katastrophe wurde.

Du glaubst also, es ist einfach dies ohne ein automatisches Docking-System zu machen? Dann versuch’s doch mal mit diesem Dockingspiel:



Besucher der Station

Welche Art von Raumschiffen würden die Raumstation 2020 wohl besuchen und hier andocken?

    Satelliten
    Planetensonden
    Frachttransporter
    Freischwebende Experimentplattformen
    Shuttles
    Not- und Rettungsfahrzeuge
    Bemannte Kapseln
    Raumschlepper

Schau’ Dir ein paar aktuelle Raumfahrzeuge an.


Satelliten

Künstliche Satelliten sind freischwebende ferngesteuerte Raumflugkörper, die nicht zum Andocken an Raumstationen entwickelt wurden. Sie befinden sich meist in höheren Umlaufbahnen und sind nicht mit Andockvorrichtungen ausgestattet. Satelliten werden direkt mit Raketen oder von der Ladeluke der Space Shuttles ins All geschossen. Im Jahre 2020 könnten Satelliten jedoch bereits mit Steuerungssystemen ausgerüstet sein, die ihnen ein Rendezvousmanöver mit Raumstationen ermöglichen. Wahrscheinlich würden sie nicht direkt andocken, sondern vielmehr von dem Roboterarm der Raumstation „eingesammelt". Sie könnten dann an einem Gurt oder einer ähnlichen Haltevorrichtung befestigt werden, damit sie nicht wegschweben. Eine solche Operation wurde mit dem Hubble Weltraumteleskop durchgeführt, als dieses repariert und verbessert wurde.


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Planetensonden

Diese Flugkörper werden direkt von der Erde an ihren Bestimmungsort geschossen. Sie kommen nicht mit Raumstationen in Berührung. Es könnte jedoch sein, daß im Jahre 2020 Planetensonden, die zu groß sind, um in einem Stück von der Erde zu starten, in einer Raumstation zusammengesetzt werden. Solche Planetenfahrzeuge werden aber wahrscheinlich nicht ferngesteuert sein, weil man keine große Roboterkraft benötigt. Sie wären wahrscheinlich bemannt und könnten für die Erforschung von Mond und Mars eingesetzt werden. Dieses Foto zeigt Voyager, von denen zwei die Großplaneten erforscht haben und die nun das Sonnensystem verlassen.

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Frachttransporter

Frachttransporter oder autonome Versorgungsfahrzeuge sind unbemannte Kapseln, die für den Nachschub der Raumstation und, was ebenso wichtig ist, für die Beseitigung des Mülls sorgen.
Abfallentsorgung kann in Raumstationen zu einem Problem werden! Sie müssen an die Station andocken, um ausgeladen zu werden. Der Frachttransporter der Raumstation Mir hieß „Progress".


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Freischwebende Experimentplattformen

Freischwebende Experimentplattformen sind unbemannte Raumflugkörper - wie Tieflader im All. Sie können alles transportieren, was man an ihnen befestigt. Dies besteht meist aus Experiment- und Herstellungsausrüstungen, die sich außerhalb der Raumstation befinden müssen (z.B. aus Sicherheitsgründen) oder nicht unbedingt innerhalb der Station gebraucht werden (um mehr Platz zu schaffen). Solche Plattformen würden wahrscheinlich an die Station andocken, könnten aber auch mit Hilfe der Roboterarme oder bei EVA-Gängen der Astronauten ausgestattet werden. Die hier gezeigte Langzeiteinrichtung wurde von dem Shuttle Orbiter Challenger auf der Mission 41C im April 1984 abgesetzt. Dies war einer der ersten Freiflieger, der später mit vollständig durchgeführten Experimenten wieder eingesammelt wurde. Aufgrund des Challenger-Unglücks blieb die Langzeiteinrichtung viel länger im All als ursprünglich geplant.


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Shuttles

Der Raumtransporter oder Space Shuttle stellt das primäre Mittel dar, zur Internationalen Raumstation zu gelangen und wird dies auch noch lange bleiben. Er ist ein Allzweckfahrzeug, das
sowohl Passagiere als auch Fracht in großen Mengen befördern kann und wird höchstwahrscheinlich auch noch 2020 eingesetzt werden. Der neue einstufige Shuttle zum Orbit, der Venture Star, ist noch in der Entwicklung und sollte bis 2020 fertiggestellt sein. Er wird die bisherige Shuttleflotte wahrscheinlich bald ersetzen.


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Rettungsraumflugkörper

Rettungsraumflugkörper sind entweder bemannte Kapseln oder Mini-Shuttles. Solche Flugkörper müssen natürlich unbedingt an jeder Einstiegsstelle der Raumstation andocken können. In der Raumstation Mir wurde ein Sojus-Raumflugkörper als Rettungsflugkörper benutzt. In der ersten Zeit der ISS wird dieser noch verwendet werden. Später wird man ihn durch einen Mini-Shuttle ersetzen. In den USA wird gerade ein solcher Flugkörper entwickelt – X-38.


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Bemannte Raumkapseln

Bemannte Raumkapseln werden mittels Raketen ins All gebracht. Sie waren die ersten Transportmittel der bemannten Raumfahrt. Sojus, Mercury, Gemini und Apollo sind die bekanntesten. Sojus ist die einzige, die noch in Gebrauch ist, aber womöglich stellen China und Japan in Zukunft einen solchen Flugkörper vor. Die Kapsel auf dem Foto wurde für die Mir verwendet und wird ebenfalls für die ISS eingesetzt. Ihr Einsatz wird immer mehr reduziert und bis 2020 werden sie wahrscheinlich keine Männer und Frauen mehr zur Raumstation befördern. Sie könnten jedoch weiter als Frachtransporter eingesetzt werden.

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Raumschlepper

Raumschlepper sind besser bekannt unter dem Namen Automated Transfer Vehicles (ATV), Orbital Manoeuvring Vehicles (OMV) und Orbital Transfer Vehicles (OTV). Die ersten beiden sind kleine Robotflugkörper, die leicht zu steuern sind und verwendet werden, um den Flugkörper nahe an die Raumstation zu bringen. Sie lassen sich mit Schleppern in einem Seehafen oder mit einem Schleppzug in einem Rangierbahnhof (Rangierlokomotive in einem Güterwagendepot) vergleichen. Sie sind unbemannt und werden von einem ausgebildeten Fahrer von der Raumstation aus gesteuert.

OTV’s lassen sich eher mit Schnellzuglokomotiven vergleichen. Sie schleppen entweder nicht angetriebene (oder defekte) Raumflugkörper von einer Station zur anderen oder zu weiter entfernten Orbits.

Der ATV ist der einzige Flugkörper, der noch in der Entwicklung steckt. Für die ISS wird er als Fracht- und Versorgungstransferfahrzeug genutzt werden. Er wird von ESA und der russischen Raumfahrtbehörde gebaut. Das Foto zeigt einen Entwurf des ATV.

© Foto: ESA /Ducros

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